Schulprogramm

Einleitung

Ein ganz normaler Tag in einer ganz normalen Grundschule. Also in der Bugenhagen-Schule zum Beispiel. Gruppenarbeit. Es wird unruhig.
Die Lehrerin: „Was ist los?” Zwei Kinder fangen gleichzeitig an zu reden. Die Lehrerin zeigt auf Peter.
„Luisa hat mir das weggenommen.” Luisa entgegnet: „Peter wollte mir das nicht geben!”

So unterschiedlich können die Sichtweisen sein. Was also tun?

Soll die Lehrerin für eines der Kinder Partei ergreifen?
„Nun lass ihr das doch, Peter. Du bekommst es doch zurück!”
Oder andersrum: „Nimm deine Finger von fremden Sachen!”
Soll sie allgemeine Dinge beschwören? „Meine Güte, ihr Kinder werdet auch immer schwieriger!”
Soll sie schlichten? „Streitet euch doch bitte nicht wegen so einer Kleinigkeit!”
Oder sollen die Kinder den Konflikt allein regeln? „Macht das bitte unter euch aus!”

Soziales Lernen und soziale Erziehung sind Grundpfeiler unseres Zusammenlebens, im Großen wie im Kleinen.
Die Schulkonferenz hat beschlossen, dieses Thema zum Schwerpunktthema der kommenden Jahre zu machen. Fortbildungen, Trainingskurse und konkrete Projekte sollen uns neue Möglichkeiten der Wahrnehmung unserer und anderer Emotionen/Vorstellungen/Wünsche ermöglichen, sollen uns neue Erkenntnisse darüber vermitteln, wie man Vorurteile abbaut, Aggressionen vermeiden lernt und Zusammenarbeit fördert. Ohne dieses Fundament kann die zentrale Aufgabe, nämlich Kinder zu unterrichten und zu erziehen, gar nicht stattfinden. Wer würde das bestreiten?
Dass hierbei nicht nur Lehrer/innen angesprochen sind, liegt auf der Hand. Wenn wir alle gut und besser miteinander umgehen wollen, dann sind wir auch alle in diese Aufgabe eingebunden.

 


Schulprogramm in Kurzform

(Arbeitsgrundlage für Lehrer/-innen, Eltern und Schüler/-innen)

Methodik und Didaktik

  • Die Schule konzentriert sich auf guten Unterricht, der den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, die angestrebten Methoden-, Sach-, Selbst- und Sozialkompetenzen zu erwerben.
  • Dabei ist die Schule bestrebt, neue Technologien in ihre Praxis zu integrieren.
  • Die Lehrer/innen bemühen sich, einen „handlungsorientierten“ Unterricht zu erteilen. Dazu gehören u.a.: Wochenplanunterricht, Partner- und Gruppenarbeit, Lernen an Stationen, projektorientierter und fächerübergreifender Unterricht.
  • Jede Lehrperson bemüht sich, Leistungsbewusstsein bei den Schüler/-innen zu wecken und den Leistungswillen zu halten.
  • Jede Lehrperson bemüht sich, ihre Leistungskriterien für die Schüler/-innen nachvollziehbar zu machen.
  • Ausstattung mit PCs.
  • Entspannungsübungen.
  • Regelmäßige Termine: Schulzauberer, Kinotag, Gottesdienste, Projekttage, Schulfest, Weihnachtsfeier, Abschiedsfeier, Bundesjugendspiele, Vorlesewettbewerb, …
  • In der Eingangsphase wird pro Halbjahr mindestens eine Woche lang jahrgangsübergreifend im Rahmen von Projekten gelernt. Eine Stunde pro Woche ist für die 1. und 2. Klassen parallel gesteckt, damit sie jahrgangsübergreifend Methodenkompetenz trainieren können.
  • Pro Halbjahr werden zwei Formen des offenen Unterrichts durchgeführt (Wochenplanarbeit, Werkstatt, Lerntheke, Stationsarbeit etc.).

 

Schulklima

Das allgemeine Schulklima wird einerseits durch das Verhältnis der Lehrer/-innen zueinander bestimmt.

Um ein hohes Maß an Kollegialität zu erreichen

  • bemüht sich die Schulleitung um Gerechtigkeit gegenüber jedem Einzelnen,
  • wird eine offene und freie Kommunikation unter den Lehrern/Lehrerinnen angestrebt,
  • bemühen sich die Lehrer/-innen um ein gutes zwischenmenschliches Klima,
  • helfen sich die Lehrer/-innen bei der gemeinsamen Bewältigung von Problemen des Unterrichts und der Erziehung.

Andererseits wird das Schulklima besonders durch ein freundliches, vertrauensvolles Lernklima in den Klassen geprägt. Um das zu erreichen,

  • unterrichtet der/die Klassenlehrer/-in möglichst viele Stunden in der eigenen Klasse und führt sie vom 1.-4. Schuljahr,
  • sollte der/die Klassenlehrer/-in über die persönlichen Verhältnisse der Schüler/-innen gut informiert sein und dieses Wissen in die pädagogische Arbeit mit einbeziehen,
  • pflegt der/die Klassenlehrer/-in den Kontakt zu den Eltern seiner Schüler/innen,
  • hat der/die Klassenlehrer/-in ein offenes Ohr für persönliche Anliegen seiner Schüler/-innen,
  • sorgt er/sie durch geeignete Klassenraumgestaltung, Feste, Klassenfahrten und sonstige Veranstaltungen für eine positive Atmosphäre im Klassenverband.

Schließlich – nicht im Sinn einer Rangfolge, sondern der Verzahnung – wird das Schulklima geprägt vom Verhältnis zwischen Lehrern/Lehrerinnen und Eltern. Abgesehen von rechtlichen Verpflichtungen zwischen ihnen (geregelt in den Schulrechtsparagraphen über Elternvertretungen) ist es sehr wichtig, durch eine Vertrauen schaffende Atmosphäre die Grundlage herzustellen für eine verlässliche, offene und freundlich-kritische Kommunikation.

Wir erhoffen uns aufgrund dieser inhaltlichen Schwerpunktsetzung eine starke Identifizierung von Lehrern/Lehrerinnen, Schülern/Schülerinnen und Eltern mit der Bugenhagen-Schule und ein ausgeprägtes Wir-Empfinden.

 


Der pädagogische Schwerpunkt für die nächsten Jahre:

Soziales Lernen – soziale Erziehung

„Soziales Lernen bezeichnet die im Zusammenhang der Menschen vonstatten gehenden inneren geistigen Prozesse: Wahrnehmung, Emotionen und Kenntnisse, die vom Kind erfahren und individuell verarbeitet werden“ (Trautmann 2002). Wir in der Schule bemühen uns, die jungen Menschen zur freien Selbstbestimmung auf dem Hintergrund einer umfassenden Toleranz allen Menschen gegenüber zu erziehen. Selbstbestimmung setzt Sachkompetenz und Sozialkompetenz voraus. Das bedeutet für den Unterricht, dass Lernen immer mindestens zwei Ziele vor Augen haben muss: Lernen von Inhalten und soziales Lernen auf der Grundlage christlicher und humanistischer Wertvorstellungen, den Menschenrechten und den Ideen der demokratischen, sozialen und liberalen Freiheitsbewegungen (vgl. Schulgesetz § 4 (2)).

Soziale Erziehung umfasst dabei „die Gesamtheit aller Außenbeziehungen“ (Trautmann, ebd.). Für den Bereich der Schule, in dem Kinder einen Großteil ihrer Zeit verbringen, bedeutet dies, dass soziales Lernen überall stattfindet: auf dem Schulweg, im Schulgebäude, im Klassenraum, in den Fachräumen, auf den Fluren, auf dem Schulhof… Es gibt sozusagen keinen interaktionsfreien Raum. Schule sollte deshalb gestaltet sein als ein Lernfeld „sozial akzeptabler Verhaltensmuster“ (ebd.).

In Anlehnung an Trautmann sind dies einige Ziele sozialer Erziehung:

  • einander kennen lernen (Vertrauen aufbauen, Kommunikation in Gang setzen…),
  • Vorurteile abbauen (kritische Prüfung eigener Vorurteile, Perspektivenwechsel…),
  • Aggressionen vermeiden (kommunikative Strukturen anstreben gegen körperliche Verhaltensmuster…),
  • Zusammenarbeit fördern,
  • einträchtig zusammenleben (Schule als Lern- und Erfahrungsraum greifbar und sichtbar machen…).

(Trautmann, Soziales Lernen – soziale Erziehung, in: Soziales Lernen in der Grundschule, Cornelsen, Grundschul-Journal, 1/2002)

 

 

 

 

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Aktuelles

1. Die Spiel-/Klettergeräte sind montiert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön den Sponsoren: der Possehl-Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck und BILD hilft Kindern.

2. Der Diplom-Pädagoge Thomas Rupf hat einen interessanten, abwechslungsreichen Vortrag gehalten: “Machtkämpfe der Kinder – wie gehe ich damit um?”

Wer dieses Thema vertiefen möchte, dem sei folgende Internet-Seite empfohlen: Rupf-Erziehung.

Wer allgemein Interesse an pädagogischen Themen hat, wird hier interessante Artikel und Verweise finden (Pädagogik, Jesper Juul, Uwe Rogge)

3. Einen Teil der Einnahmen aus unserem Sponsorenlauf stellen wir regelmäßig wir der Luther-Melanchthon-Gemeinde zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld wird Kindern in Tansania nach dem Besuch der Grundschule der Besuch einer weiterführenden Schule über Jahre ermöglicht. Wir freuen uns! Schauen Sie auch mal hier: http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=66596

4. Einige Kinder der 3. und 4. Klassen erhalten einmal in der Woche eine spezielle Lesestunde. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Vereins “Mentor” haben diese Aufgabe übernommen.

5. Immer aktuell ist das Thema Gesunde Ernährung. Einige Eltern haben die Bistro-Idee im Elternbrief aufgegriffen und damit begonnen, den Kindern klein geschnittenes Obst in der großen Pause anzubieten und zwar zwei Mal pro Woche.